Umschulung Erzieher

Die Alternative „Karriere oder Kind“ darf es in Zukunft in Deutschland nicht mehr geben, es muss heißen „Karriere und Kinder“. Die Gesellschaft wird es sich nicht mehr leisten können, junge Frauen hochqualitativ auszubilden und sie danach mit ihren Kindern in den ersten Jahren alleine zu lassen. Vor allem in einer Situation, wo Fachkräfte knapp werden. Gerade die skandinavischen Länder oder selbst Frankreich, zeigen uns wie es geht.

Die deutsche Politik hat bereits 2008 darauf reagiert und einen Rechtsanspruch auf eine Kindertagesstätte ab August 2013 beschlossen. Im Sommer 2012 wurde dann deutschlandweit realisiert, dass es an vielen Orten nicht nur an den räumlichen Tagesstätten mangelt, sondern vor allem auch an qualifiziertem Personal.

Dies führte zu der Idee Langzeitarbeitslose mit entsprechenden Voraussetzungen neue Berufschancen zu eröffnen und eine Umschulung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin anzubieten. So will man im Jahr 2012 5000 Arbeitslose zur Erziehern und Erzieherinnen umschulen.

Auch das führte wiederum zu Engpässen, da nicht genügend schulische Ausbildungsplätze für die Langzeitarbeitslosen zur Verfügung standen. Zudem kommt eine Förderung durch die BA nur in Betracht, wenn die Umschulung ein Drittel kürzer ist, als der normale Ausbildungsgang, Lehrpläne müssen angepasst werden.

Der Bedarf in den kommenden Jahren ist immens. Man schätzt, dass in den kommenden Jahren 40.000 Erzieher und Erzieherinnen bundesweit benötigt werden.

Die Aus-und Weiterbildung ist in jedem Bundesland individuell geregelt, im Normalfall besteht die Umschulung zum Erzieher aus einer Kombination aus theoretischen Unterricht und einem Praktikum in einer Kindertagesstätte, Kinderkrippe, einem Kindergärten oder einer Schule.

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Erziehers gehört, pädagogische Konzepte auszuarbeiten, mitzugestalten, und umzusetzen. Soziales Engagement, Spass an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Teamarbeit und Organisationstalent sind hierbei unerlässliche Kompetenzen, damit die Qualität der Arbeit sicher gestellt und stetig verbessert wird.




Für Arbeitslose, die die Voraussetzungen erfüllen werden in der Regel die Kosten für die Umschulung zum Erzieher/Erzieherin von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Dabei sind die Dauer und die Höhe der Förderung je nach Bundesland unterschiedlich. Ausschlaggebend für einen Förderung durch die BA ist, dass nach der Umschulung die Vermittlungsaussichten für den Antragsteller besser sind als ohne eine solche Weiterbildungsmaßnahme.